Die Nutzung von Smartphones in deutschen Schulen ist ein heiß diskutiertes Thema, beginnt jedoch leider nicht erst mit dem Erhalt der Schultüte. Immer häufiger begegnen einem Kinder im Alltag, die wie gebannt auf das flimmernde Display starren. Die Tendenz besteht sogar, dass Kinder bereits in frühen Jahren in Kontakt mit Smartphones kommen und sich fast ungehindert mit den technischen Spielereien austoben dürfen. Eine Tendenz, die offensichtlich mehr Schatten als Licht aufweist.

Smartphone und Windel

Ob in Cafés oder an anderen öffentlichen Plätzen, das Bild vom Kleinkind mit einem Smartphone in der Hand erscheint immer häufiger. Natürlich vor allem dem anhaltenden Fortschritt der modernen Technik geschuldet, werden Kleinkinder oftmals mithilfe der Smartphones abgelenkt und in gewisser Weise ruhig gestellt. Kein Wunder eigentlich, schließlich beobachtet der Nachwuchs die Eltern stets bei der häufigen Benutzung der technischen Begleiter und möchte genau wie Mama und Papa sein. Natürlich lässt es sich auch aus anderer Richtung argumentieren, stellt man die immer früher werdende Heranführung an das ohnehin unverzichtbare und fast notwendige Gadget als positiven Einfluss auf die Entwicklung dar. Dabei fällt in der Tat auf, dass selbst Kleinkinder oft bereits hochentwickelte Fingerfertigkeiten und feinmotorische Abläufe verinnerlicht haben, was logischerweise äußerst positiv auszulegen ist. Dementgegen stehen die zahlreichen Gefahren, die von Smartphones und dem Internet ausgehen können. Schließt man letzteres aufgrund der Kindersicherung in Smartphones aus, bleibt immer noch der umtriebige Sozialfaktor. Das Kinderalter sollte Kritikern zufolge besonders für die Schulung sozialer Fähigkeiten genutzt werden und unbeschwert sein. Dass sich das Spielverhalten von Kindern längst verändert hat und deutlich digitaler geworden ist, steht dabei außer Frage. Von Tablets statt Puppen oder Playmobil ist hier die Rede, sowie von mit digitalen Gadgets gefüllten Weihnachtswunschzetteln bereits im Kindergartenalter.

Kontrolle muss sein

Kinder und SmartphonesOb Eltern sich nun dazu entscheiden, dem Kind bereits sehr früh den Zugang zum Smartphone oder Tablet zu ermöglichen oder nicht: Ohne scharfe Kontrollen ist der Einfluss so oder so ein schlechter. So stehen beispielsweise mit der neuen Google Family Link App Eltern stets in Kontakt mit den Smartphone-Aktivitäten der Kinder. Bisher noch in einer testenden Beta-Phase befindlich, soll die in Kürze erscheinende Hilfs-App zur Freigabe und Sperrung sämtlicher Anwendungen auf dem Smartphone des Kindes dienen und zudem Nutzungszeiten überwachen und einschränken können. Durch das eingebaute GPS lässt sich zudem ohnehin schon eine Ortung des Kindes durchführen. Doch soziale Fähigkeiten oder negative Einflüsse auf die kindliche Entwicklung sind nicht die einzigen Kritikfaktoren in diesem Zusammenhang. Auch in Bezug auf das Finanzielle sollten sich Eltern stets im Klaren sein. Kinder, obgleich sie eventuell sehr früh mit feinmotorischen Fähigkeiten ausgestattet sind, bleiben einfach Kinder. So kann es mit höherer Wahrscheinlichkeit sein, dass Smartphones und Tablets öfter kaputtgehen, sodass eine Handyreparatur oder ein Neukauf notwendig wird, oder schlicht verloren gehen könnten.