Digital Detox: Urlaub vom Smartphone

Smartphones - überall und jederzeit sind sie dabei, in Deutschland mittlerweile schon seit zehn Jahren. Ob für die örtliche Orientierung, zwecks einer kurzen Kontaktaufnahme oder des schlichten Zeitvertreibs wegen: Smartphones bieten viele Möglichkeiten, bergen hingegen auch ungeahnte Gefahren und ein gewisses Suchtpotential. Ein Durchschnittsnutzer entsperrt sein Smartphone ungefähr 80 Mal täglich. Es geht noch weiter, denn er erledigt auf dem Smartphone ca. 2600 Dinge. Warum ein gewisses Abschalten vom frequenten Smartphone-Konsum bereits eindeutige Auswirkungen haben kann und wieso dieser Digital Detox-Trend keinesfalls ein weiterer Unsinns-Hype ist, lest ihr hier.

Das Suchtpotential sollte nicht unterschätzt werden

Digital Detox

Die Statistiken umfassen ebenso Großeltern, die ihr Handy kaum benutzen wie auch Digital Natives, also mit der digitalen Welt aufgewachsene Menschen, die alles auf dem Smartphone erledigen. Du solltest zunächst einmal sehr ehrlich zu dir sein. Zu welcher Gruppe gehörst du? Wenn du auf diese Seite gestoßen bist, hast du bereits Interesse an der Thematik bewiesen. Um dauerhaft seine Smartphone-Nutzung aktiv zu kontrollieren, braucht es eine verbesserte Wahrnehmung der tatsächlichen Nutzung. Darauf aufbauend sind meist keine radikalen Lösungen sinnvoll, sondern die Änderung der Gewohnheiten. Es ist doch zu verlockend, mal eben aufs Smartphone zu schauen, ob vielleicht doch eine Nachricht angekommen ist - trotz geräuschvoller Push-Benachrichtigung. Man könnte es ja überhört haben. Überlege einmal, wann du schon reflexartig das Handy anmachst oder entsperrst. Häufig sind dies Momente, in denen du eigentlich etwas ganz anderes möchtest, oder dich langweilst. Anstatt deine Gedanken zu sortieren oder die kurze Pause zu ertragen, wird direkt nach Input gesucht. Auf den ersten Blick erscheinen sie seltsam, sind aber gar nicht mal so schlecht: Digital-Detox-Apps. Sie können die Aufgabe „Smartphonekonsum reduzieren“ erleichtern. Es ist allerdings eine Frage des Geschmacks, ob man sich nun tatsächlich auf sie verlassen möchte. Sie heißen Offtime, Quality Time oder Menthal und registrieren, wie häufig du dein Handy aktivierst und was du damit tust. Vielleicht ertappst du dich dabei, 20 Mal täglich auf Facebook zu gehen, obwohl es nichts wirklich Neues zu sehen gibt, außer süßen und lustigen Videos? Das Endergebnis jeden Tages kannst du dir dort ansehen und dich davon überraschen lassen - dadurch weckst du erst dein Bewusstsein für den Konsum. Wer mag, kann sich selber dann sagen, was die persönliche Obergrenze sein soll und schrittweise - oder radikal - reduzieren.

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Im doppelten Sinne abschalten

Handynutzung reduzieren

Smartphones bestimmen unser Leben. Wenige Themen sind derzeit so sehr in aller Munde, wie der hochfrequente Smartphone-Konsum und die damit verbundenen Auswirkungen auf das tägliche Leben; egal ob nun positiv oder negativ für die menschliche Gesundheit. Um letzterem entgegen zu lenken und dem Körper mal wieder etwas zurückzugeben, hilft bereits ein zehnminütiger „Offline-Modus“ wahre Wunder. Einfach mal die Umgebung wahrnehmen, die Jahreszeit genießen und alle Twitters, WhatsApps und Facebooks da draußen sich selbst überlassen. Dieser Trend, natürlich in erster Linie von Rat gebenden Lifestyle-Magazinen propagiert, ist indes gar nicht mal so verkehrt. Bei all der digitalen Beschallung zu jeder Zeit des Tages kann das Abschalten in zweifachem Sinne tatsächlich gut tun. Schon nach wenigen Auszeiten wird man bemerken, dass sich sowohl körperlich als auch geistig Besserung einstellen wird. Dies ist vordergründig auf die permanente Überanstrengung der Augen zurückzuführen, die ebenso eindeutig negative Auswirkungen auf die Psyche und das allgemeine Befinden haben kann. Viele treiben dieses Spiel sogar so weit voran, dass sie völlig ohne Smartphone, Tablet oder anderes technisches Gadget in den Urlaub fahren. Wo viele umso mehr der digitalen Beschallung frönen, dürfte der digitale Urlaub im Urlaub langfristig gut tun. Das ist dennoch keine dauerfristige Lösung, denn nach der Rückkehr verfällt man leicht wieder in den Smartphone-Stress, es sei denn, man ändert seine Gewohnheiten mit der Rückkehr aus dem Urlaub. Dazu kann man zuerst Funktionen des Smartphones auslagern. Das Smartphone zielt darauf ab, möglichst viele Funktionen auf sich zu vereinen. Wie wäre es mit einem richtigen Wecker? Oder einer handgeschriebenen Einkaufsliste? Ganz wichtig: Armbanduhr statt Smartphoneuhr! Das geht sowieso viel schneller. Wenn du nicht gerade unterwegs bist, ist es auch eine tolle Idee, die Facebook-, Instagram- oder Twitter-Apps zu löschen, die sowieso durch Push-Nachrichten ständig nach deiner Aufmerksamkeit haschen und viel Akku fressen. Darüber kommen wir schon zum nächsten Punkt: Push-Benachrichtigungen. Geh‘ doch mal in deine Einstellungen und erlaube so wenig Apps wie möglich, dich über Push-Benachrichtigungen zu erreichen. Das macht bereits eine Menge aus, vorausgesetzt, du befreist dich von dem Drang, dennoch zu schauen, ob etwas angekommen ist. Das Ziel der App-Hersteller und Smartphone-Händler ist es, maximal viel Aufmerksamkeit von dir zu bekommen. Wie viel du ihnen tatsächlich davon gibst, hängt von dir ab. Zudem sind zeitliche Fenster, in denen du dir erlaubst, auf das Smartphone zu schauen, sehr gut.

Entgiftung der Psyche

Smartphone abschalten

Klar, von Fasten zu sprechen und den Verzicht von digitaler Unterhaltung in einem Atemzug mit Ernährungsprinzipien zu nennen, ist vielleicht ein wenig weit hergeholt. Immerhin ist kein genereller Verzicht gemeint, sondern vielmehr das kurzzeitige Abschalten vom Alltagsstress, der durch die hilfreichen Kleingeräte nicht gerade vermindert wird. Wenn man täglich zehn Minuten seiner Zeit abzweigen kann, in denen Körper und Geist eine Ruhepause von digitalen Medien gegönnt wird, dürften schon nach kürzester Zeit Veränderungen spürbar sein. Generell sollte in diesen Digital Detox-Phasen auf eine überhöhte Reizung verzichtet werden. Das kann man sich abstrakt gesehen wie zehn Spa- oder Wellness-Minuten für Gehirn und Wahrnehmung vorstellen. Dabei ist der Aufwand so gering, dass mit höchst einfachen Mitteln eine Verbesserung des allgemeinen Befindens recht leicht erreicht werden kann. Einige Vorschläge für perfekte Digital Detox-Momente: Auf der Zug- oder Busfahrt zur Arbeit ausnahmsweise die Aussicht statt des Displays genießen oder einfach mal wieder spazieren gehen. Wäre früher gar nicht mal so abwegig gewesen. Wenn du das alles hier jetzt gelesen hast und denkst, alles schön und gut, aber ihr stellt euch das einfacher vor, als es tatsächlich ist, hast du wahrscheinlich ein großes Thema im Hinterkopf: Ich muss doch Freunden sagen, wenn ich zu spät zu Verabredungen komme, mein Partner fragt, was wir heute Abend zu essen machen wollen oder meiner Mutter antworten, wenn sie schreibt und und und. Du merkst es vielleicht schon. Das ist sozialer Druck, der hier erzeugt wird. Freunde, Familie und Partner erwarten meist, dass man schnell antwortet, da alles andere negativ assoziiert wird, wie zum Beispiel mit Desinteresse. Am besten, du sprichst mit den häufig von dir kontaktierten Menschen und erklärst ihnen, dass du zukünftig weniger auf dein Handy schauen möchtest. Kommunikation hat vor zehn Jahren auch funktioniert! Man muss sich nur besser absprechen und beispielsweise schon am Frühstückstisch die Einkaufsliste erstellen oder sich an Verabredungen halten. Du und deine Umgebung müssen sich schlicht besser organisieren. Der Schritt, häufiger in den Flugmodus zu schalten oder dein Smartphone mal ganz auszuschalten für ein paar Stunden, ist nicht schwer. Denn am Ende ist das Smartphone nur ein Werkzeug, das dir dienen soll.

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