Nahezu jede kostenlose Dienstleistung im Internet – seien es Smartphone-Apps oder klassische Webseiten – finanzieren sich zum Großteil durch Nutzerdaten. Ob direkt durch den Verkauf dieser oder indirekt durch personalisierte Werbung: Ohne das Sammeln von Informationen über den User würde sich das Internet schlagartig verändern. Der Großteil an kleinen Apps, Webseiten oder anderen Online-Plattformen würde womöglich verschwinden, große Plattformen wie Facebook oder YouTube möglicherweise kostenpflichtig werden. Auch Entscheidungen über die Weiterentwicklung von Dienstleistungen im Internet werden vor allem durch die Auswertung von Daten über das Userverhalten getroffen.

Welche Vorteile bietet das Sammeln von Daten über den Benutzer?

In erster Linie bedeutet der Tausch von Daten gegen eine Dienstleistung, dass dem Benutzer eine sehr große Bandbreite an Webseiten, Services und Applikationen zur Verfügung gestellt werden kann, ohne Geld dafür zu fordern. Abgesehen vom finanziellen Aspekt bedeutet das Wissen über die eigenen Kunden auch, dass gute und informierte Empfehlungen an den Benutzer ausgesprochen werden können. Streamingdienste beispielsweise sammeln Informationen über das Sehverhalten seiner Kunden und stellt auf Basis dessen eine personalisierte Oberfläche mit relevanten Inhalten zusammen. Ähnlich verhält es sich bei den meisten Sozialen Netzwerken, die auf Basis von Like- beziehungsweise Kommentarverhalten Inhalte nicht chronologisch, sondern priorisiert nach Relevanz anzeigen können.

Warum Nutzerdaten trotzdem ein Problem darstellen können

Gerade in Bezug auf Internet-Größen wie Amazon und Google wird oft die Angst vor dem sogenannten „Gläsernen Mensch“ angesprochen. Dieser Ausdruck beschreibt das Konzept einer Gesellschaft, in der große Unternehmen beziehungsweise Regierungen Zugriff auf alle Informationen über einen Menschen haben. Durch die Aufzeichnung von Bewegungsmustern, Suchverläufen, Kaufverhalten etc. kann ein äußerst detailliertes Profil jedes Nutzers angelegt werden – für viele eine unheimliche Vorstellung. Besonders über das Smartphone, das viele immer bei sich tragen, lassen sich riesige Mengen an Informationen generieren. Darüber hinaus liegt die Verantwortung für die Sicherheit der gesammelten Daten bei dem Unternehmen, das sie sammelt: Durch beispielsweise einen Hackerangriff können so Informationen über tausende Personen gestohlen und zweckentfremdet werden. Aus diesen Gründen ist es wichtig, vorsichtig mit persönlichen Informationen im Netz umzugehen. Nur so ist garantiert, dass die vielzähligen kostenfreien Angebote im Netz auch bedenkenlos genutzt und von den durch die eigenen Daten ermöglichten Vorteilen profitiert werden kann.