Smartphone verloren oder geklaut: Das ist zu tun

Für viele ist es eine regelrechte Horrorvorstellung: Ihr habt euer Handy verloren oder es wurde euch sogar geklaut. Mehrere hundert Euro teure Hardware und sensible Daten, die oft ein halbes Leben widerspiegeln, gehören jetzt einem Fremden. Dazu können die Zugänge zu sozialen Netzwerken, zu Bank- und E-Mail-Konten und zu privaten oder geschäftlichen Daten gehören. Damit diese nicht in missbräuchliche Hände gelangen und wie ihr nach dem Diebstahl reagieren solltet, erfahrt ihr Schritt für Schritt im Folgenden.

Erster Schritt: SIM-Sperrung

Smartphone Diebstahl

Das Verschwinden von hunderten persönlichen Kontakten und Telefonnummern ist die eine Sache, trotzdem sollte eure Aufmerksamkeit im ersten Moment nicht dem verlorenen Telefonbuch gelten. Wer sein Smartphone nicht mehr findet, sollte immer zunächst versuchen, es anzurufen. Bleibt der Anruf erfolglos, solltet ihr Maßnahmen einleiten: Über den Android Device Manager oder über die iCloud-Funktion "Mein iPhone suchen" lässt sich das Gerät aus der Ferne sperren, beziehungsweise sogar löschen. Das klappt aber nur, wenn die Diebe damit noch im Daten- oder Mobilfunknetz sind.

Der nächste Schritt ist die sofortige Sperrung der SIM-Karte, damit Finder oder Dieb nicht mit dem Smartphone telefonieren können und die nächste Telefonrechnung zur bösen Überraschung wird. Für die Sperrung der SIM-Karte bieten Vertragsanbieter spezielle Sperr-Notrufe, mit denen die schnelle Sperrung möglich ist. Bei einem Anruf empfiehlt es sich, gleich eine neue SIM-Karte zu bestellen.

Zweiter Schritt: Den Diebstahl anzeigen

Ist die SIM-Karte gesperrt, sollte euch euer nächster Schritt zur Polizei führen, um den Diebstahl anzuzeigen. Dies ist auf jeden Fall unumgänglich, wenn der entstandene Schaden etwa bei einer Reise- oder Handyversicherung gemeldet werden soll. Aber auch im Hinblick auf die ausstehende Telefonrechnung des Handy-Vertrags ist die Anzeige von Vorteil: Die Haftungsbegrenzung für die vom Dieb geführten Handygespräche gilt bei manchen Mobilfunkanbietern nur, wenn der Diebstahl angezeigt worden ist.

Um im Falle eines Diebstahls Anzeige erstatten zu können, benötigt die Polizei die Seriennummer des Handys. Falls es im Zuge der Ermittlungen wieder auftaucht oder im Fundbüro abgegeben wird, lässt sich das Gerät mit dieser Nummer zweifelsfrei identifizieren. Die 15-stellige sogenannte IMEI-Nummer solltet ihr also zur Sicherheit vorab zu Hause hinterlegen, um im Falle eines Verlusts darauf zugreifen zu können. Die Nummer ist auf dem Typenschild eures Smartphones zu finden, meist unter dem Akku, oder auf dem Lieferkarton. Bei Eintippten der Tastenkombination "Stern-Raute-Null-Sechs-Raute" (*#06#) erscheint die IMEI auch im Display des Mobiltelefons.

Dir macht der Gedanke an den Verlust deines Handys wenig Angst, ist es doch eh beschädigt? Der Bildschirm ist durch einen Fall auf den Boden zerkratzt oder zersplittert? Oder du hast versehentlich dein Getränk umgekippt und dabei ist dein Smartphone "baden gegangen"? Eine Reparatur vom Profi muss nicht teuer sein. Schau doch mal bei clickrepair nach einer passenden Handywerkstatt.

Dritter Schritt: Orten und Zugriff sperren

Zum Löschen von Daten gibt es je nach Anbieter spezielle Schutz-Programme, die teils kostenpflichtig sind. Wenn ihr euer Smartphone verloren habt oder es euch geklaut wurde, könnt ihr das Handy per GPS lokalisieren sowie den Zugriff sperren und die Daten verschlüsseln. Bei Android, Windows Phone und beim iPhone ist es möglich, sein gestohlenes Handy orten zu lassen – und zwar kostenlos. Dafür sind also keine weiteren Apps notwendig. Jedoch muss der Nutzer die Ortung im Vorfeld explizit erlauben; der entsprechende Menüpunkt befindet sich im Android-Geräte-Manager unter Google-Einstellungen, beziehungsweise in den Einstellungen der Apple iCloud. Einige Programme informieren den rechtmäßigen Besitzer per Email, sobald im gestohlenen Telefon die SIM-Karte ausgetauscht wird und er erfährt die neue Rufnummer und den Standort des Smartphones. Experten raten zur Sicherheit noch, die Passwörter von Mail- und anderen Online-Konten zu ändern.

Smartphone PIN

Vierter Schritt: Sperren aktivieren

Auch wenn die ständige Eingabe nervig sein kann: Die Bildschirmsperre am Smartphone sollte immer aktiviert sein. Der PIN-Code, den ihr beim Einschalten des Mobiltelefons eintippen müsst, ist dabei nur eine Möglichkeit. Android-Besitzer können darüber hinaus noch den Telefonspeicher, beziehungsweise den Inhalt der SD-Karte verschlüsseln. Die entsprechenden Optionen findet ihr in den Einstellungen unter "Sicherheit". Das iPhone ist ohnehin ab Werk verschlüsselt.

Smartphone-Besitzer sollten sich überlegen, eine automatische Tastensperre mit Geheimnummernfunktion zu aktivieren. Häufig haben Handys eine Funktion, die das Telefon auch verriegelt, sobald eine fremde SIM-Karte eingelegt wurde. Diese müsst ihr allerdings meist vorher aktivieren.

Fünfter Schritt: Prävention-Smartphone schützen, Daten sichern

Handelt es sich um ein neues High-End-Smartphone, ist eine Handy-Diebstahlversicherung eine Option. Wichtig ist jedoch, dass ihr die genauen Bedingungen der Versicherung kennt und beachtet: Manche Versicherungen zahlen nämlich nur, wenn euer Smartphone etwa aus einem geschlossenen Raum oder unter Einsatz von Gewalt geraubt wurde. Habt ihr euer Handy nur verloren, zahlen Versicherungen in der Regel nicht.

Damit beim Verlust des Handys nicht alle Dokumente, E-Mails, Adressen und Fotos auf eurem Gerät verloren sind, solltet ihr die Daten regelmäßig außerhalb des Smartphones, also extern, sichern. Dafür gibt es spezielle Software, die meist mit dem Handy mitgeliefert wurde. Mit dieser Software lassen sich die persönlichen Daten vom Handy auf den Computer überspielen. Bei einigen Onlinediensten wird die Sicherheitskopie der Daten in einer Internetdatenbank gespeichert.

Bei Android-Geräten, die mit einem Google-Konto verknüpft sind, speichern die wichtigsten Daten automatisch in der Cloud. Auf dem iPhone geht das entweder ebenfalls automatisch über die iCloud oder manuell über iTunes und per Kabelverbindung am PC. Lokal und ohne Google-Schnüffelei lassen sich Daten zum Beispiel mit "MyPhoneExplorer" speichern.

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