Langsame iPhones – Das steckt hinter Apples Skandal

Als Ende 2017 ans Tageslicht kam, dass der kalifornische Konzern Apple ältere iPhones bewusst langsamer macht, war die ganze Welt in Aufruhr. Der durch einen 17-jährigen Schüler aus Tennessee aufgedeckte Skandal um langsame iPhones hat den Konzern in Erklärungsnot gebracht. Was steckt hinter dem Vorwurf, Apple verlangsame die Arbeitsprozesse auf seinen Geräten absichtlich? Wie äußert sich der Hersteller selbst dazu? Was bedeutet das alles für euer iPhone und könnt ihr etwas tun, um dem Problem entgegenzuwirken?

Apple iPhone Skandal

Alte iPhones = Langsame iPhones?

Im Grunde genommen sind langsame iPhones bzw. verlangsamte Arbeitsprozesse auf älteren Smartphones nichts Neues. So ist es alles andere als unüblich, dass in die Tage gekommene Modelle nicht mehr die Performance liefern wie zu Beginn ihrer Tage. Das hat vor allem einen Grund: Updates. Jeder von euch kennt das. Es vergeht kein Monat, in dem ihr nicht einen Hinweis bekommt, dass ein neues Update zum Download bereit ist. Sei es für eine App oder für das Betriebssystem iOS. Das ist auf der einen Seite natürlich wichtig, da durch ein Update wichtige Verbesserungen in der Funktionalität geschaffen werden und unerwartet aufgetretene Sicherheitslücken geschlossen werden können. Auf der anderen Seite verlangen Updates unter Umständen mehr Leistung vom Prozessor eures iPhones. Da der Prozessor aber nur eine bestimmte Leistungsfähigkeit besitzt, gerät dieser irgendwann an seine Grenzen. Das Ergebnis für Apple-User: Langsame iPhones.

Alterungsprozess oder bewusste Täuschung?

Neben neuer Updates steht jedoch seit langer Zeit eine weitere Ursache für langsame iPhones im Raum: Bewusste Täuschung. So wird der Software-Industrie im Allgemeinen vorgeworfen, die Halbwertszeit bzw. Leistungsfähigkeit seiner Produkte absichtlich gering zu halten, sodass die Kunden darauf angewiesen sind, regelmäßig neue Produkte zu erwerben. Im Gegensatz zu früher (Beispiel: Nokia-Handys wie das 3210 oder 3310) halten Geräte heutzutage höchstens ein paar Jahre, bis sie endgültig den Geist aufgeben. Und so muss sich auch der Apple-Konzern seit geraumer Zeit mit der Behauptung auseinandersetzen, er produziere absichtlich Teile mit höherem Verschleiß. Ob dieser Vorwurf begründet ist, lässt sich abschließend nicht vollständig klären. Was sich beim Skandal um langsame iPhones jedoch sehr wohl festhalten lässt, ist dass die Lebensdauer von Smartphones - wenn auch nicht direkt - zumindest indirekt verkürzt wird. Denn durch die limitierte Performance von Smartphone-Prozessoren, die mit immer neueren und ausgefeilteren Updates umgehen müssen, wird auch das leistungsstärkste Smartphone eines Tages in die Knie gezwungen. Kurz gesagt: Auch der beste Chip kommt irgendwann an seine Grenzen – was im Umkehrschluss bedeutet, dass ihr euch nach einiger Zeit der Benutzung ein neues iPhone zulegen müsst, wenn ihr mehr Performance wünscht. Wie gut es um euren Akku bestellt ist, erfahrt ihr im Artikel Wie gesund ist euer iPhone-Akku wirklich?.

Der eigentliche Vorwurf

Der tatsächliche Skandal um langsame iPhones besteht nun darin, dass Apple seine älteren Geräte (in der Regel iPhone 6 und darunter; je nach Baujahr) durch neue Updates nicht nur indirekt, sondern auch direkt langsamer macht. Nachdem dies von einem US-Schüler aufgedeckt wurde, hat Apple dazu Stellung genommen und dies öffentlich zugegeben. So hat der Konzern mit der Softwareaktualisierung iOS 10.2.1 ein Betriebssystem zum Download angeboten, das die Arbeitsprozesse auf älteren Geräten absichtlich entschleunigt - und somit bewusst langsame iPhones produziert. In der Beschreibung des entsprechenden Updates war dieser Vorgang mit "Improves power management during peak workloads to avoid unexpected shutdowns on iPhone" beschrieben, was in etwa „Verbesserung des Energiehaushalts, um Systemabstürze zu vermeiden“ bedeutet. Da aus diesem Text nicht wirklich ersichtlich ist, was sich dahinter verbirgt, waren viele User folglich wütend. Der eigentliche Vorwurf an Apple besteht also genau genommen aus zwei Teilen: Erstens bringt Apple mit einem Update ein Betriebssystem auf den Markt, das alte iPhones bewusst verlangsamt. Zweitens kommuniziert das Unternehmen dies nicht, sondern gibt zum entsprechenden Update nur eine vage Beschreibung ab, aus der nicht deutlich hervorgeht, dass viele Kunden in Zukunft langsame iPhones haben werden.

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Skandal um Apple iPhone

Apples Reaktion

Nachdem der Schaden, beziehungsweise der Skandal, herauskam, hat sich Apple zu dem Vorfall geäußert, den Vorwurf bestätigt und sich zunächst bei seinen Kunden entschuldigt. Zudem hat der Konzern eine Erklärung abgegeben, in der diese Entscheidung dargelegt wird. So habe Apple versucht, das Problem von sich selbst abschaltenden iPhones aufgrund von zu hoher Belastung zu beheben, indem sie die Prozessoren langsamer machten. Auf diese Weise dauern die Arbeitsprozesse auf den Geräten zwar länger, jedoch wird der Chip nicht überlastet und das Gerät funktioniere ohne Abstürze. Tatsächlich ist es so, dass sich besonders iPhones der sechsten Generation bei zu viel Belastung selbst abgeschaltet haben. Der Grund dafür liegt in einem zu schwachen Akku, der den zunehmend geforderten Prozessor mit nicht genug Energie versorgen kann und das Gerät in der Folge zum Abschalten zwingt. Tatsächlich ist es ebenfalls so, dass das Problem nach dem Software-Update iOS 10.2.1 weitgehend behoben wurde. Somit hat Apple auf der einen Seite zwar ein Problem gelöst, sich auf der anderen Seite durch langsame iPhones aber ein vielleicht noch größeres Problem eingehandelt. Vor allem die mangelnde Transparenz in der Kommunikation ist vielen Apple-Usern bitter aufgestoßen.

Apples Schadensbegrenzung & was ihr tun könnt

Im Versuch den angerichteten Schaden möglichst klein zu halten und sich bereits anbahnende Gerichtsprozesse abzuwenden, hat Apple zwei Maßnahmen eingeleitet: Zum einen hat der Konzern (neben einer offiziellen Entschuldigung) ein Dokument veröffentlicht, indem ausführlich über die Energiepolitik der Geräte gesprochen wird und Tipps gegeben werden, wie iPhone-Kunden das meiste aus ihrem Gerät herausholen und etwa auftretenden Systemausfällen vorbeugen können. Zum anderen bietet Apple seinen Kunden einen vergünstigten Akkutausch für 29 Euro statt 89 Euro an. In der Tat schafft ein Akkutausch hier Abhilfe. So hat bereits der US-Schüler festgestellt, dass durch einen Batteriewechsel das Problem um langsame iPhones behoben werden kann. Ein neuer Akku ist imstande, dem zunehmend geforderten Smartphone-Prozessor standzuhalten. Die Preissenkung wird von Januar bis Dezember 2018 angeboten und ist auch für Geräte möglich, deren Garantie bereits abgelaufen ist. Unterm Strich steht Apple also zu seinen Fehlern, bemüht sich in der Folge um Transparenz und kommt seinen Kunden (preislich) entgegen. Doch rückgängig gemacht hat Apple das verantwortliche iOS-Update, welches die langsamen iPhones produziert, nicht. Wenn ihr also ein träges Apple-Gerät besitzt, könnt ihr nicht darauf hoffen, dass euer iPhone von alleine wieder schneller wird. Stattdessen seid ihr auf Apples Maßnahmen zur Schadensbegrenzung angewiesen. Meldet euch also am besten direkt bei Apple bzw. in einem Apple Store und informiert euch über eure Möglichkeiten. Dies empfiehlt sich besonders deswegen, da bis jetzt noch nicht klar ist auf welchem Weg (z.B. per Post) euer Akku gewechselt werden kann, ob es ein Limit an einzuschickenden Batterien gibt und ob die aktuelle Kapazität eures Akkus erst einen bestimmten Wert unterschritten haben muss, damit dieser ausgetauscht werden darf.

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