Spätestens seit Johnny Depps Thriller „Transcendence“ sind wir doch alle darauf gespannt, wie die Technologiekonzerne die künstliche Intelligenz in unser Nutzerverhalten integrieren wollen. Ausgerechnet ein Newcomer in der Smartphone-Szene wagt diesen Schritt nun und macht uns auf Systeme neugierig, die Voraussagen treffen und somit den Datenumfang reduzieren.

Einzug der künstlichen Intelligenz in den Alltag

Der Erfinder des Software-Weltmarktführers Android, Andy Rubin, arbeitet angeblich an einem echten Konkurrenten für Apple und Samsung. Seine Firma, die aus 40 Mitarbeitern besteht und den Namen „Essential“ trägt, bastelt Berichten zufolge an einem High-End-Smartphone. Dieses soll über ein randloses Display verfügen und mit Rubins persönlichstem und größtem Thema - der künstlichen Intelligenz - ausgestattet sein. Die KI-Forscher bauen seit Jahrzehnten die in unserem menschlichen Gehirn vorkommenden Nervenzellen und ihre hochkomplexe Vernetzungsstruktur nach. Studien zufolge besteht das menschliche Gehirn aus 100 Milliarden Nervenzellen, die über Nervenfasern miteinander verbunden sind. Mithilfe von Algorithmen lassen sich diese künstlichen neuronalen Netze rekonstruieren und sogar trainieren. Dabei lernen sie selbstständig, neue Muster zu erkennen, sodass Forscher von maschinellem Lernen sprechen. Diese Technik wird in den nächsten fünf Jahren in praktisch alle Bereiche unseres Alltags eindringen. Im Büro helfen uns virtuelle Assistenten, als Apps auf dem Smartphone, lästige Alltagsarbeiten wie das Organisieren von Terminen oder das höfliche Ablehnen von E-Mail-Anfragen zu erledigen. Beim Einkaufen könnten uns künftig Shopping-Assistenten unter die Arme greifen. Im Supermarkt erklären uns Apps, ob uns ein bestimmter Wein schmecken wird. Oder während eine Rundgangs im Zoo könnte künftig beim Filmen eines Tieres mit dem Smartphone eine Art digitaler Tutor mit einem Biologievortrag beginnen. Die Vordenker der künstlichen Intelligenz sprechen von einer Verschmelzung von Mensch und Maschine. Denn die Computer für den Schreibtisch nähern sich mit großen Schritten der Rechenleistung des menschlichen Gehirns an.

In einer Liga mit Apple und Google

Smartphones mit künstlicher IntelligenzAndy Rubin, der selbst ehemaliger Google-Mitarbeiter ist, hat laut Bloomberg auf der Consumer Electronic Show (CES) seine Pläne mit Mobilfunkanbietern wie der Firma „Sprint“ ausgehandelt. Dabei soll das Edel-Smartphone aufgrund ähnlicher Ausstattung auf dem Niveau von Apples iPhone 7 und den Pixel-Modellen von Google positioniert werden. Aufgrund des fehlenden Rahmens sollen die Gehäuseabmessungen kleiner ausfallen, das Display hingegen soll laut Insider-Quellen sogar größer als das von Apples iPhone 7 werden. Bei den Gehäusematerealien werden höchstwahrscheinlich Metall und Keramik von großer Bedeutung sein. Der Touchscreen wird wie bei Apples 3D-Touch Druckunterschiede erkennen können, um eine direktere Interaktion für den Nutzer zu ermöglichen. 

Schwerpunkt künstliche Intelligenz

Der Entwickler des Android-Betriebssystems hatte 2005 sein gleichnamiges Unternehmen für 50 Millionen Dollar an Google verkauft, um danach als Android-Chefentwickler beim Suchmaschinenkonzern zu arbeiten. Seit Rubins Weggang von Google im Jahr 2014 sieht er die künstliche Intelligenz als die große Neuerung in der Technologiebranche. Bei einer Konferenz des vergangenen Jahres berichtete er, dass Daten und Menschen die künstliche Intelligenz lehren sollen, sinnvolle Entscheidungen zu treffen und Nutzer zu unterstützen. Seine Firma „Essential Products Inc.“ registrierte der CEO im Jahr 2016 beim US-Patentamt mit dem Fokus auf die Themen Smartphones, Tablets, Zubehör und Software für Mobiltelefone. Das Team besteht aus ehemaligen Apple- und Google-Mitarbeitern, die laut Bloomberg an verschiedenen Verbrauchergeräten arbeiten, welche mit künstlicher Intelligenz ausgestattet sein sollen. Wir können uns also gefasst machen auf das High-End-Smartphone aus dem Hause „Essential“ - laut Insider-Informationen nur der Anfang einer ganzen Gadget-Reihe, die durch die künstliche Intelligenz miteinander verbunden sein soll. Voraussichtliche Veröffentlichung des Edel-Smartphones soll Mitte 2017 sein und beim Hersteller handelt es sich um keinen Geringeren als Foxconn der Hersteller der auch Apples iPhone baut. Weitere Parallelen soll es angeblich beim Preis geben, der bei 760€ liegen wird.