Hier zu Lande sind die Handyhersteller von Xiaomi eigentlich kaum bekannt, lediglich Technikfreunde könnten etwas mit den Kopiermeistern Chinas anfangen. Nach etlichen Anläufen, bisherige Technologien und Looks der großen Namen, wie Apple und Samsung, nachzuahmen, kommt nun das Xiaomi Mi Mix. Die Frage scheint zu sein: Warum erst jetzt?

Randlos glücklich

Der chinesische Konzern versucht sich nach unzähligen, eher schwachen Billigkopien großer Konkurrenzunternehmen an einer ersten Eigenkreation, die auch in Übersee Wellen schlagen soll. Dabei setzt Xiaomi auf ein beinahe randloses, hochwertiges Design und innovative Technik. Obgleich der Presse zufolge Probleme bei der Massenproduktion entstanden sind und der interkontinentale Markt somit noch ein wenig Geduld haben muss, dürfte das Xiaomi Mi Mix zukunftsweisend sein. In Zusammenarbeit mit dem französischen Produktdesigner Philippe Starck, der vor allem für seine neumoderne Gestaltungsweise bekannt ist, wurde hier ein Smartphone entwickelt, welches dreiseitig fast nahtlos erscheint. Dadurch ergibt sich ein wunderschönes und äußerst hochwertiges Design, welches es so noch nie gegeben hat und eindeutig mit Grund für den Hype um das chinesische Smartphone-Wunder ist. Zudem ergibt sich durch die kantenlose Form ein gigantisches Display – ca. 1 Zoll größer als beim iPhone 7 Plus – und Xiaomi setzt beim Äußeren des Mi Mix auf ein hochwertiges, kratzfestes Keramik-Gehäuse.

Hardware-Innovation für Smartphones

Das Xiaomi Mi Mix kommt außerdem mit einigen weiteren, interessanten Hardware-Neuerungen daher, die der ungewöhnlichen Design-Grundlage geschuldet sind. So versteckt sich die 16-Megapixel-Frontkamera auf der Unterseite des Smartphones, was Selfies zu einem wahren Balance-Akt machen dürfte. Der zugehörige Auslöser mit Fingerabdrucksensor befindet sich, ähnlich wie bei beim Google Pixel und den aktuellen Huawei-Smartphones, auf der Rückseite des Gerätes. Ein kleiner, nicht ungefährlicher Balance-Akt dürfte es auch sein, das Mi Mix einhändig zu bedienen. Das gigantische Äußere macht es eigentlich unmöglich, das Smartphone nebenbei zu handhaben, geschweige denn es in der Hosentasche aufzubewahren. Der eingebaute Prozessor ist indes derselbe wie beim Google Pixel und liefert demnach erstklassige Leistung. So ganz haben sich die chinesischen Handyhersteller also nicht von ihrer Kopiermanier gelöst, was aber logischerweise auch schwierig wäre. Das Betriebssystem auf Android-6.0-Basis wurde in typisch chinesischer Handyhersteller-Manier umgemodelt und mit einer gänzlich eigenen Mi Mix-Benutzeroberfläche ausgestattet. Dies ist natürlich mit logischen Problemen behaftet, so fehlen einige bekannte Funktionen gänzlich und einige andere laufen oft fehlerhaft. Ob dies nur kleine Startschwierigkeiten sind – ein Update auf Android 7.0 ist bisher wohl nicht geplant – oder die neue Technik noch nicht ausgereift ist, wird sich zeigen. Der westliche Markt muss jedenfalls noch etwas Geduld bewahren, bevor das Xiaomi Mi Mix offiziell im Handel erscheint.