Superdünn und bei Bedarf doch mit einer Kamera der Spitzenklasse, ultraleistungsfähigem Akku oder hochwertigen Lautsprechern? Wunschdenken vieler Smartphone-Nutzer und Dilemma der Ingenieure bei den Herstellerfirmen. Wie soll das alles zusammen in ein kleines Smartphone-Gehäuse passen? Motorola meint jetzt eine Antwort gefunden zu haben.

Das Moto Z ist theoretisch ein Problemlöser

Warum soll ein Mensch das ganze Jahr über die hochwertige Kamera mitschleppen, wenn er die doch eigentlich nur im Urlaub braucht? Und so ein extra-ausdauernder Akku - benötigt den wirklich jeder Kunde, genau wie die hochwertigen Lautsprecher? So oder so ähnlich werden die Entwickler des neuen Motorola "Moto Z" und seines günstigeren Ablegers "Moto Z Play" gedacht haben, bevor sie diese Geräte entwickelten.

Module sollen die Lösung sein

Motorola Moto ZDamit in den Bereichen Akku, Kamera und Lautsprecher echte Bestleistungen erzielt werden können, sind diese Komponenten als Module, die "Moto Mods" ausgeführt. Und weil man nun schon so viele Möglichkeiten hat, gibt es sogar einen kleinen Beamer, der an das Smartphone angesteckt werden kann. Die Funktions-Rückschalen werden mittels Magneten an das Gerät angeheftet und erhalten die elektronische Verbindung über einen PIN-Anschluss. 

Neben den funktionalen Modulen sollen außerdem auch Rückschalen in den Handel kommen, die mit unterschiedlichen Materialien und Designs daherkommen. Damit können Nutzer des Moto Z ihr Smartphone also nicht nur technisch, sondern auch ganz nach dem eigenen Geschmack individualisieren.

Der größte Nachteil: Man muss sich entscheiden

Leider ist die Welt und der Alltag der meisten Smartphone-Nutzer wohl nicht so, dass aktuell immer nur ein Moto Mod Modul benötigt wird. Gerade im Urlaub wird die Entscheidung schwer fallen zwischen Kamera, besserem Akku und vielleicht auch dem vom High-End-Spezialisten JBL entwickelten Lautsprecher-Paket. "Was nehme ich nur mit", dürfte bei Besitzern des neuen Motorola Smartphones eine bald viel gestellte Frage sein, die auch ein wenig den Spaß an der Innovation bremsen wird.

Der größte Vorteil: Von allem nur das Beste

Neben den nach ersten Tests beeindruckenden Stereo-Lautsprechern (Soundbeam-Technologie) von JBL, kann auch das Kamera-Mod überzeugen. Das Objektiv stammt vom Luxuslabel Hasselblad und glänzt mit einem optischen 10x-Zoom.

Das Smartphone Moto Z selbst gehört eindeutig der aktuellen Smartphone-Oberklasse an. Ein 5,5-Zoll OLED-Display mit 2.560 x 1.440 Auflösung, bei einer Pixeldichte von 535 ppi, zählt zur Spitzenklasse. Aber auch das Einstiegsmodell "Moto Z Play" bringt mit einer Auflösung von 1.920 x 1.080 für ein 5,5 Zoll Display noch eine gute Ausstattung für ein Gerät der Preisklasse um 400 Euro. Das etwa 300 Euro teurere Spitzenmodell verfügt über 4 statt 3 Gigabyte Arbeitsspeicher. Vorteil des kleineren Play-Modells: Es besitzt anders als das Moto Z noch einen Klinkenstecker-Audioausgang, während das Moto Z Töne nur per Bluetooth oder dem kleinen USB-C Stecker verteilt.

Der Preis für die Modularität ist nicht gering

Ein Preisschild zwischen 400 und 700 Euro für das Moto Z Play und das Moto Z, sind eine selbstbewusste Ansage, für die inzwischen zum chinesischen Lenovo-Konzern gehörende Marke. Und wer nicht einfach nur ein schmales und optisch sehr ansprechendes Smartphone in Standardausführung haben will, kommt an den Mod-Modulen nicht vorbei. Für die 300 Euro Aufpreis, die das Kamera-Modul kostet, sind allerdings schon ordentliche eigenständige Kameras erhältlich - teils mit WLAN-Funktion, über die ebenfalls eine hervorragende Anbindung an jedes Smartphone gelingt. Weitere Aufpreise für Akku, Lautsprecher und vielleicht sogar den Taschenbeamer kommen hinzu - und schließlich hat man regelmäßig die Tasche voller Spielzeug, kann aber immer nur eine Funktion nutzen. Ob sich das Konzept wirklich durchsetzen wird, muss sich noch zeigen. Neben unbestreitbaren Vorteilen und dem Reiz des Neuen ist auch mit Nachteilen beim Kaufpreis und der Bequemlichkeit zu rechnen. Das Project Ara von Google, welches ebenfalls ein modulares Smartphone entwickeln wollte, wurde vor kurzem beendet.