Kaomojis finden sich in allen Formen digitaler Kommunikation, in Textnachrichten, auf Blogs und in Forenbeiträgen. Sie sollen den Nutzern helfen, Emotionen auszudrücken und schriftliche Aussagen grafisch zu untermauern oder Missverständnissen vorbeugen. Sie können jedoch nicht nur einfache Gesichtsausdrücke imitieren oder Gefühle unterstreichen, sondern auch ganze Handlungen verdeutlichen oder Geschichten erzählen.

So sind Kaomojis entstanden

Kaomojis sind die japanische Form der weithin bekannten Emoticons, bestehend aus aneinandergereihten grammatischen Interpunktions- und Schriftzeichen, die ein visuelles Bild ergeben und einen Gesichtsausdruck darstellen sollen. Der Begriff Kaomoji setzt sich aus den beiden japanischen Begriffen für Gesicht ("kao") und Zeichen ("moji") zusammen. Hierzulande typische Smileys, Emojis und Emoticons fokussieren oft den Mund als zentrales Merkmal, wohingegen die japanischen Kaomojis sehr auf die Augen fixiert sind und diese in den Mittelpunkt rücken, da die Augen nach japanischer Ansicht der Spiegel zur Seele sind. Dies spiegelt sich auch in der populären Manga- und Animekultur des Landes wider, aus der diese kreative Form der Emoticons entstand.

Darum sollten mehr Kaomojis verwendet werden

Bei jeder Form der digitalen Kommunikation gehen Informationen verloren, die man im Alltagsleben durch Mimik und Gestik ausdrücken würde. Damit diese komplexe Art der Sprache auf das Online-Leben übertragbar ist, gibt es Kaomojis in vielen Varianten: Positive und negative Stimmungen wie Freude oder Hass, neutrale Gesichtsausdrücke, komplette Handlungen wie Begrüßen oder Winken sowie Tiere, Musik, Essen, etc. Im Gegensatz zu den westlichen Smileys müssen diese nicht seitwärts gelesen werden und sind somit besser verständlich. Außerdem werden durch die Verwendung zusätzlicher Schriftzeichen komplexere Emotionsdarstellungen ermöglicht, die ganze Handlungen oder Geschichten enthalten können. Eine Auswahl der beliebtesten Kaomojis kann an jedem Smart- oder iPhone problemlos installiert oder sichtbar gemacht werden, entweder durch Aktivieren der richtigen Einstellungen (z.B. Hinzufügen der japanischen Sprache zur entsprechenden Tastatur) oder durch entsprechende, meist kostenlose Apps. Eine neue Welt der Kommunikation öffnet sich, die sich mittlerweile nicht nur auf Japan beschränkt, sondern sich über die gesamte Welt erstreckt und Nutzern überall hilft, komplexe menschliche Emotionen in die digitale Welt zu übertragen.