Arbeitsspeicher

1, 2, 6 oder 8 Gigabyte – wenn es um Arbeitsspeicher geht, besteht derzeit eine große Bandbreite. Immer wieder ist zu hören: Je mehr, desto besser. dDoch stimmt das wirklich? Tatsächlich wissen nur wenige Nutzer, was die Funktion des Arbeitsspeichers ist, und wie viel sie tatsächlich benötigen.

Die Aufgaben des Arbeitsspeichers

Der Arbeitsspeicher ist sozusagen das Kurzzeitgedächtnis des Smartphones. Während im internen Speicher und auf der SD-Karte Dateien abgelegt werden, die langfristig zur Verfügung stehen sollen (wie Fotos und Speicherstände), speichert der Arbeitsspeicher Daten, die schnell aber nur kurzzeitig zur Verfügung stehen müssen, um beispielsweise Programme korrekt ausführen zu können. Werden die Programme beendet oder das Handy ausgeschalten, verfallen diese Daten und sind bei der nächsten Nutzung nicht mehr verfügbar. Aufgebaut sind sie aus Speichermodulen, die Random-Access Memory (Englisch für Direktzugriffsspeicher) genannt werden. Daher auch die Angabe in Gigabyte RAM. Neben der Speicherkapazität ist auch die Zugriffsgeschwindigkeit bedeutend. Kann das Smartphone alle benötigten Dateien ablegen und schnell auf diese zugreifen, so läuft es flüssig und Programme öffnen sich ohne lange Ladezeiten. Ist es also sinnvoll, so viel Speicherplatz wie möglich zu besitzen?

Wie viel Arbeitsspeicher ist nötig?

Die Größe des benötigten Arbeitsspeichers hängt zunächst einmal davon ab, welches Betriebssystem verwendet wird. Android ist speicherintensiver als iOS. Daher sollte ein Android-Gerät aktuell 1 bis 2 Gigabyte mehr an RAM mitbringen als ein Apple-Smartphone. Weiterhin besteht die Frage, wie viele und welche Anwendungen genutzt werden. Wer sein Smartphone größtenteils für WhatsApp und um in sein Postfach zu schauen nutzt, wird kaum einen Unterschied beim Umstieg auf ein Smartphone mit mehr Arbeitsspeicher feststellen. Wer regelmäßig zwischen vielen Apps jongliert, benötigt wiederrum etwas mehr Gigabyte. Denn sind die Daten eines Programms noch nicht im Kurzzeitspeicher vorhanden, öffnet sich eine App wesentlich langsamer. Auch wer gerne aufwendige grafische Anwendungen wie Games nutzt, profitiert von einem größeren Arbeitsspeicher. Trotzdem ist mehr nicht unbedingt besser. So verbraucht auch ungenutzter Speicher Strom, wird dieser nie voll ausgenutzt, ist er nur ein unnötiger Stromfresser. Auch den Arbeitsspeicher zu leeren ist meist nicht sinnvoll – das aufwendige Neustarten der Apps verbraucht unnötig Zeit und Strom. In aktuellsten Tests zeigt sich, für die meisten iPhone-Nutzer reichen 2 und für Android 3 bis 4 Gigabyte RAM aus. Unter Android besteht, wenn nötig, auch noch die Möglichkeit, eine Partition der SD-Karte als RAM-Erweiterung zu nutzen.