Gewährleistung

Bei einer Gewährleistung (auch Mängelhaftung) handelt es sich um eine gesetzlich vorgeschriebene und geregelte Leistung, die Verkäufer gegenüber ihren Kunden erbringen müssen.

Im alltäglichen Sprachgebrauch wird häufig kein Unterschied zwischen der gesetzlichen Gewährleistung und der freiwillig angebotenen Garantie gemacht. Dies kann jedoch zu Problemen führen, solltet ihr einen Defekt an eurem Smartphone beheben lassen wollen, da es sich juristisch um unterschiedliche Verpflichtungen handelt.

Die Gewährleistung ist bei Neuwaren 24 Monate gültig, bei Gebrauchtwaren nur zwölf Monate. Während dieser Zeit ist der Verkäufer gesetzlich daran gebunden (unter anderem durch Artikel § 439 und § 476 des BGB), Mängel und Defekte, die zum Zeitpunkt des Kaufs bereits vorhanden, waren zu beheben.
Stellt ihr nach Kauf eures Smartphones also ein Problem fest, könnt ihr vom Händler verlangen, dass er das betroffene Mobiltelefon repariert. Sollte der Verkäufer der Ansicht sein, dass ihr den Defekt nach Kauf verursacht habt, muss er dies in den ersten sechs Monaten beweisen. Da das allerdings so gut wie unmöglich ist, könnt ihr davon ausgehen, dass ihr euer Gerät in den ersten sechs Monaten problemlos ausbessern lassen könnt. Ab dem siebten Monat kehrt sich die Beweislast allerdings um: Das heißt, dass ihr dann beweisen müsst, dass der Mangel bereits zum Zeitpunkt des Kaufs vorhanden war und nicht erst durch eure Nutzung entstanden ist. Da dies für euch genauso schwierig sein dürfte, wie für den Händler, seid ihr nach Ablauf von sechs Monaten meist auf die Kulanz des Händlers angewiesen.

Bei einer Garantie handelt es sich hingegen um eine freiwillige Leistung des Herstellers, die sich in der Regel auf die Funktionsfähigkeit einzelner Teile oder des gesamten Geräts über einen bestimmten Zeitraum bezieht. Wenn ihr mehr über die Garantie erfahren möchtet, lest unseren Lexikoneintrag Garantie.

Sind sowohl Gewährleistung als auch Garantie noch gültig, können Käufer oftmals aussuchen, nach welchem System sie die Ware reklamieren.

Ein Beispiel
Fällt euch beispielsweise euer iPhone herunter und es entsteht ein Defekt, greift die Garantie, da der Schaden beim Kauf noch nicht vorhanden war.
Solltet ihr aber nach dem Kauf eures iPhones einen Defekt feststellen, könnt ihr diesen jederzeit innerhalb der gesetzlichen Gewährleistung durch den Verkäufer reparieren lassen. Bedenkt aber, dass es mit der Zeit immer schwieriger wird zu beweisen, dass der Defekt bereits beim Kauf vorhanden war. Könnt ihr ab dem siebten Monat nicht einwandfrei beweisen, dass der Schaden bereits seit Kauf existiert, kann es passieren, dass der Verkäufer euer Gerät nicht (kostenlos) repariert.